Zuletzt aktualisiert: 04.09.2026

Kurz zusammengefasst: Unter 3,5 t läuft die ITV (spanischer TÜV) wie überall in Europa. Für ausgebaute Transporter über 3,5 t (Kategorie N, „Furgones Vivienda“) gilt seit der neuen DGT-Dienstanweisung 2026 eine deutlich strengere Regel: jährliche Prüfung ab dem ersten Jahr, ab zehn Jahren sogar halbjährlich. Wildcampen ist offiziell verboten, reines Parken ohne „Camping-Verhalten“ ist erlaubt – wie in Frankreich und Italien ist die Region entscheidend.

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Spanien ist für die meisten VanLifer, die ich kenne, das Land, in dem sie am längsten bleiben wegen gutem Wetter, viel Platz, entspannte Küsten im Landesinneren. Umso ärgerlicher, wenn man erst vor Ort merkt, dass die eigene Fahrzeugkategorie plötzlich eine andere ITV-Frist hat als gedacht.

Ehemaliger Campingplatz in der Nähe von Loja, Spanien; inmitten von Olivenbäumen

ITV: die spanische Hauptuntersuchung

Für klassische Wohnmobile (Kategorie M1) läuft die ITV ähnlich wie überall: Neufahrzeuge zur ersten Prüfung nach vier Jahren, danach alle zwei Jahre.

Anders sieht es aus, wenn dein Fahrzeug als Nutzfahrzeug mit Wohnraum, also als ausgebauter Transporter, ein sogenannter „Furgón Vivienda“, in die Kategorie N fällt. Die neue Dienstanweisung PROT 2026/04 der spanischen Verkehrsbehörde DGT vom März 2026 verschärft hier deutlich: Diese Fahrzeuge müssen bereits ab dem ersten Jahr jährlich zur ITV, ab dem zehnten Jahr sogar halbjährlich. Wer also einen Kastenwagen oder größeren Transporter ausgebaut hat und damit als Nutzfahrzeug eingestuft ist, sollte das unbedingt vorab prüfen, der Unterschied zwischen M1 und N ist bei der Zulassung entscheidend und wird oft unterschätzt.

Kurz gesagt: Klassisches Wohnmobil (M1) = alle 2 Jahre. Ausgebauter Transporter (N-Kategorie) = jährlich, ab Jahr 10 halbjährlich. Die Fahrzeugkategorie in deinen Papieren entscheidet, nicht das Gewicht allein.

Wir wurden mit unserem Sonderumbau aber in Spanien noch nie kontrolliert. Nur zwei mal Passkontrollen an Straßensperrungen in der Nähe von Andorra und auf einer Autobahn – da wurde vor uns ein Netflix Bus komplett gefilzt mit Drogenspürhunden usw.

Peniscola, Hafenstadt in Spanien

Wildcamping vs. Parken

Wie in Frankreich, Italien und Griechenland gilt auch in Spanien die zentrale Unterscheidung zwischen Parken und Campen. Rein rechtlich ist Wildcampen seit einem königlichen Dekret von 2010 Sache der einzelnen autonomen Gemeinschaften und sogar der Gemeinden, eine landesweit einheitliche Regel gibt es nicht.

Als geparkt gilt dein Fahrzeug, wenn:

  • alle Räder ohne Stützbeine oder Nivellierblöcke Bodenkontakt haben
  • keine Elemente (Markise, Tisch, Stühle) über den Fahrzeugumriss hinausragen

Unter diesen Bedingungen darfst du im Fahrzeug schlafen, sogar das Dach anheben oder ein Fenster öffnen, das zählt weiterhin als Parken, nicht als Campen.

Meine ehrliche Meinung: Diese Unterscheidung ist eigentlich ziemlich fair gelöst, anders als in Griechenland, wo lange Zeit Unsicherheit herrschte, ist die spanische Regel klar formuliert. Wer sich daran hält, muss sich wenig Sorgen machen.

Regional gibt es aber große Unterschiede: An der Costa Brava, auf den Balearen, den Kanaren und in Valencia wird aktiv und mit Bußgeldern bis 600 € (in Naturschutzgebieten teils mehr) kontrolliert. Im Landesinneren, Andalusien, Kastilien, Extremadura, Aragón, ist die Praxis deutlich entspannter.

Wobei, einmal musste ich wegen einer Verlustmeldung zur Polizei in Malaga. Die örtliche Polizei aus Loja hat uns dorthin geschickt. Die Tourismuspolizei wollte vor Ort genau wissen, wo und wie wir stehen. Zum Glück stand unser Bus gerade auf dem damals neu eingerichteten „Aparcamiento Autocaravanas„. Ein Bekannter, welcher mit Wohnwagen und Auto unterwegs war, hat mich freundlicherweise in das 70 km entfernte Malaga mitgenommen.

Blick auf das Mittelmeer in Nerja

Was das für deine Route bedeutet

Wenn du planst, länger an der Küste zu bleiben, würde ich von vornherein auf offizielle Stellplätze setzen (oft 24–72 Stunden erlaubt, viele kostenlos oder sehr günstig) statt auf Parken am Strand zu hoffen. Für ruhigere Regionen im Landesinneren ist freies Parken, solange kein Campingverhalten sichtbar ist, deutlich entspannter zu handhaben.

Tipp für längere Aufenthalte an der Küste: Außerhalb der Hauptferienzeiten ist das Mieten eines Hauses mit Stellplatz oft billiger als die gleiche Zeit auf einem Campingplatz!

Weitere Praxis-Punkte

  • Wohnmobile über 3,5 t haben eigene, niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen wie Lkw
  • Überladung wird empfindlich bestraft, die Bußgelder steigen gestaffelt mit dem Grad der Überladung und können bei starker Überladung mehrere Tausend Euro erreichen
  • Die Warntafel bei überstehender Ladung braucht in Spanien drei rote Streifen (anders als die fünf Streifen in Italien – ich habe hier eine Wendetafel für beide Länder)
  • Handynutzung am Steuer wird hart bestraft (Bußgeld plus Punkteabzug)

Was das für deine Elektrik bedeutet

Wer wie ich mit einem schwereren Fahrzeug unterwegs ist und viel autark steht, sollte vor der Spanien-Reise die eigene Stromversorgung realistisch einschätzen. Gerade im Landesinneren, wo längeres freies Stehen am ehesten machbar ist. Mit dem Energierechner und dem Kabelrechner kannst du das vorher grob durchrechnen.

Fazit

Spanien bleibt eines der camperfreundlichsten Länder Europas , die neue ITV-Regel für N-Kategorie-Fahrzeuge ist der Punkt, den viele übersehen, weil sie nur an die 3,5-Tonnen-Grenze denken, nicht an die Fahrzeugkategorie in den Papieren. Wer das kennt und sich bei Wildcamping/Parken an die Grundregel hält, kommt entspannt durchs Land.

Wasserspeicher oberhalb von Granada

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