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Schlagwort: Heizung

Heizperiode 2026/27 im Camper – wie ich meine vier Heizsysteme vorbereite

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Während die meisten noch an Badestellen denken, schaue ich schon auf die Heizperiode. Und in diesem Jahr gibt es mehr Gründe als sonst, das früher als üblich zu tun.

Die Gasspeicher in Deutschland stehen laut offizieller Quellen bei rund 53 % (Stand: 31. August 2026). Das klingt für mich sehr unberuhigend. Denn die Ausgangslage für den Winter 2026/27 ist eine andere als in den Vorjahren. Die Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) hat im Juli 2026 eine detaillierte Analyse zur globalen Energielage veröffentlicht, die ich als Pflichtlektüre für jeden empfehle, der vorausschauend plant: GfKV — Globaler Systembruch: Die verzögerte Krise (Aktualisierung Juli 2026)

Kernaussage der GfKV: Der globale Systembruch ist keine Prognose mehr, sondern laufende Realität. Auch wenn die Folgen noch nicht überall spürbar sind. Sechs von sieben sogenannten Kaskadenvektoren (Energie, Nahrung, Industrie, Finanzen, Konflikt, Fiskalwesen) sind gleichzeitig aktiv. Das Gasspeicer-Zeitfenster für den Winter 2026/27 schließt sich früher als erwartet.

Das betrifft uns als Vanlifer und Camper direkt. Wer auf Gasflaschen angewiesen ist, weiß: Verfügbarkeit und Preis sind nicht selbstverständlich. Wer nur eine Heizquelle hat, ist abhängig. Und wer im Winter unterwegs ist, braucht ein System das funktioniert, nicht nur theoretisch.


Meine vier Heizsysteme im Bus

In meinem umgebauten Setra-Reisebus habe ich vier Heizsysteme. Nicht aus Luxus, sondern aus Überzeugung. Redundanz ist keine Verschwendung, sondern Sicherheit. (Ausgenommen der Diesel Zuheizer vom Bus selbst, auf den möchte ich hier nicht eingehen).

Autoterm 4D – die Hauptheizung

Die Autoterm 4D ist eine Diesel-Luftheizung mit 4 kW Heizleistung. Sie läuft auf Diesel aus einem separaten 7 Liter Tank. In deutschland verwende ich Heizöl mit Kälteadditiv. (In Griechenland bekomme ich dagegen ohne Steuernummer und Wohnsitz kein Heizöl!) Sonst überall mit Diesel. Im Zweifel aus dem Haupttank. Das bedeutet: solange der Bus fährt, habe ich auch Heizmaterial. Keine Flasche schleppen, kein Nachfüllen, kein Einfrieren der Gasleitung bei extremen Temperaturen.

Die Autoterm 4D ist meine erste Wahl für kalte Nächte und längere Standzeiten. Sie startet zuverlässig auch bei tiefen Temperaturen, verbraucht wenig Strom (wichtig für die Batterie im Winter) und hat sich in mehreren Wintern bewährt. Alles was ich dazu gelernt habe, findet ihr in meinen Artikeln zur Autoterm 4D. Im deutschen Winter sind allerdings eher 6 kW notwendig.

Was vor der Heizperiode zu prüfen ist:

  • Glühkerze: nach jeder Saison kontrollieren, bei Bedarf tauschen
  • Kraftstofffilter: insbesondere wenn die Heizung sehr lange aus war
  • Brennkammer: reinigen wenn die Heizung rußt oder unruhig läuft

Ecomat 2000 – der stille Begleiter

Der Ecomat 2000 ist ein elektrischer Heizer, kein offenes Feuer, kein Abgasrohr nötig, dafür aber absolute Stille und angenehme Strahlungswärme. Er braucht nur Strom – viel Strom.

Der Ecomat ist meine zweite Wahl für mildere Temperaturen und kurze Aufheizphasen. Er ist schnell betriebsbereit, riecht nicht und ist ideal für die Füße wenn wir fahren. Ich habe ihn auch schon zum vorheizen des Heizöls verwendet.

Ecomat 2000 - vorheizen des Heizöls

Was vor der Heizperiode zu prüfen ist:

  • Keine mechanischen Beschädigungen der Zuleitung
  • Reinigung des Staubfilters auf der Rückseite

4,2 kW Gasheizer auf Gasflasche – das Backup

Mein dritter Heizer ist ein konventioneller Gasheizer mit 4,2 kW auf einer handelsüblichen Propan-Gasflasche. Er ist die klassische Backup-Lösung: robust, einfach, sofort betriebsbereit auch nach langer Standzeit. Neben der Standard Gasflasche habe ich noch eine Alu-Gas Flasche von der „Gasfachfrau“. Diese kann man mit LPG füllen – was vor allem in Frankreich weit verebreitet ist.

Gasheizer auf Gasflasche

Bei diesem Heizer ist besondere Aufmerksamkeit auf die Belüftung erforderlich und so eigentlich nicht zulässig. Eine offene Verbrennung im Innenraum ist nur mit ausreichender Frischluftzufuhr sicher. Ich verwende ihn ausschließlich bei geöffnetem Fahrerfenster oder Dachluke und nie über Nacht.

Was vor der Heizperiode zu prüfen ist:

  • Schlauch und Regler prüfen (Herstellerangaben zur Lebensdauer beachten)
  • Gasflasche füllen lassen, Propan ist auch bei Minustemperaturen vorzuziehen gegenüber Butan

Kaminofen – siehe Beitragsbild

Mein viertes System ist ein TinyStove – ein 3kW Kaminofen. Bei manchen Campern muss dieser in Deutschland beim TÜV eingetragen sein, als „Standheizung„. Während der Fahrt können wir diesen eh nicht nutzen, da wir da den Schornstein verlieren würden.

Schornstein für Kaminofen und Solarzellen

In besonders kalten Nächten in Deutschland hat er uns schon oft gerettet. Die Dieselheizung hat „nur“ 4 kW. Abere 6 kW sind im deutschen Winter notwendig. Dann Heizen wir mit Braunkohlebrikett. Da gehen dann am Abend 3 – 4 Stück durch, je ca. 550 g. Über Nacht dann noch einmal 4 – 6 Stück.

Was vor der Heizperiode zu prüfen ist:

  • Brennkammer auf Beschädigungen
  • Rohre reinigen
  • Die Aschekammer ist allerdings täglich zu entleeren

Warum Redundanz kein Luxus ist

In einem normalen Winter reicht ein Heizsystem. In einem Winter mit unsicherer Energielage, unterbrochen Lieferketten und möglichen Preisspitzen möchte ich nicht von einer einzigen Quelle abhängig sein.

Diesel bekomme ich an jeder Tankstelle. Propan bekomme ich am Camping, beim Baumarkt, an der Tankstelle. Butan nur bei milden Temperaturen, bei Frost über 0 °C sollte es immer Propan sein, da Butan unter 0 °C nicht mehr zuverlässig vergast. Und LPG gibt es heute auch Europaweit an Tankstelleen.

Die Kombination aus Diesel-Luftheizung + elektrischem Heizer + Backup-Gasheizer + Kaminofen gibt mir vier unabhängige Energiequellen und drei verschiedene Technologien. Das ist die Grundlage dafür, den Winter so zu verbringen wie ich es möchte, nicht wie es die Lage erzwingt.


Was ich konkret noch vorbereite

Neben den Wartungsarbeiten an den Heizungen stehen bei mir noch folgende Punkte auf der Liste:

  • Gasvorrat aufstocken: mindestens zwei volle Propan-Flaschen (11 kg) als Puffer
  • Diesel-Tank vor dem Winter voll tanken: nicht auf Reserve fahren wenn Temperaturen fallen
  • Isolierung prüfen: Wärme halten ist günstiger als nachheizen -Türdichtungen, Fensterabdichtungen, Bodenisolierung
  • Batterie-Kapazität prüfen: Heizungen brauchen Strom zum Starten und Betrieb. Im Winter ist die Solarleistung gering, der Verbrauch höher

Mein Fazit zur Heizperiode 2026/27

Die globale Energielage ist angespannter als in den Vorjahren. Die GfKV-Analyse macht deutlich, dass wir uns nicht auf Selbstverständlichkeiten verlassen sollten. Das bedeutet nicht Panik, aber es bedeutet: früher vorbereiten, breiter aufstellen, unabhängiger machen.

Als Vanlifer bin ich darin geübt. Redundanz und Selbstversorgung sind nicht nur eine Philosophie, sondern tägliche Praxis. Und genau das ist einer der Gründe, warum das Leben im Camper in Zeiten wie diesen mehr Sinn ergibt als je zuvor.


Alle Angaben zu Gasspeicher-Füllständen basieren auf Daten der Bundesnetzagentur und der Initiative Energien Speichern (INES). Die GfKV-Analyse ist ein unabhängiges Dokument der Gesellschaft für Krisenvorsorge — ich empfehle die Lektüre ausdrücklich, ohne Affiliate-Interesse.

Jährliche Wartung der Autoterm 4D Diesel Luftheizung

Die Autoterm 4D Diesel Luftheizung ist das thermische Herz unseres Busses in der kalten Jahreszeit – sofern wir nicht gerade auf der Straße sind. Damit unsere Heizung zuverlässig läuft und nicht von lästigem Ruß erstickt wird, empfiehlt sich eine jährliche Wartung.

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Ausschalten der Heizung

Zuerst wird die Heizung ausgebaut, zerlegt und die Brennkammer sorgfältig von Rußablagerungen gereinigt. Diese können die Verbrennung stören und die Effizienz maßgeblich senken. Ein rußfreies System sorgt außerdem für weniger Abgasrauch und eine längere Lebensdauer der Heizung.

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Ausgebaute Heizung ohne Gehäuse
Altes Flammschutzsieb links und Neues rechts

Der nächste Schritt ist die Glühkerze und das Flammschutzsieb. Vor allem dieses kleine, aber unverzichtbare Bauteil verhindert, dass Flammenrückschläge die Heizung beschädigen, und sorgt für eine sichere Flamme. Da sich hier leicht Ablagerungen und Ruß festsetzen, sollte das Sieb regelmäßig erneuert werden. Das Sieb kann man mit einer Spitzzange herausziehen. Bei meinem ersten Versuch habe ich es allerdings nicht geschafft, das neue Sieb zu montieren. Somit habe ich das Alte, stark verbogene wieder montiert. EIn Glück, dass diese Heizung so robust konstruiert ist – und so lief die Heizung auch weiterhin noch gut mit 70 – 80% an Leistung.

Ein paar Tage später habe ich die Heizung noch einmal zerlegt und jetzt das neue Flammschutzsieb mit einer 5er Nuss gesteckt – und funktioniert jetzt zu 100%.

Neues Flammschutzsieb mit 5er Nuss
Neues Flammschutzsieb mit 5er Nuss

Auch die Glühkerze, verantwortlich für das Starten der Flamme, ist ein Verschleißteil und muss gegebenenfalls ausgetauscht werden. Eine funktionsfähige Glühkerze garantiert ein reibungsloses Anspringen der Heizung – gerade an frostigen Tagen ein Muss.

Neue Glühkerze links und alte Rechts
Neue Glühkerze links und alte Rechts

Alles in allem sorgt diese gründliche Wartung dafür, dass wir uns wieder auf unsere warme Luftheizung verlassen können – ohne Überraschungen auf der nächsten Wintertour!

Heizung mit „Plot Twist“ – Unser eiskaltes Abenteuer

Eine Heizung ist super – wenn sie funktioniert.

Unser altes Hymermobil hatte eine klassische Gasheizung – warm und zuverlässig.

Unser heutiger Bus? Ein Holzofen und etwas Dämmung sollten reichen. Dachten wir. Doch dann kam die Kälte.

Der Dieselzuheizer schluckte 5 Liter pro Stunde und schaffte es trotzdem nicht, den Bus auf Temperatur zu bringen. Da lief dann immer noch der Holzofen UND eine Gasheizung mit. Eine russische 4kW-Zusatzheizung musste her – und zwar genau diese hier (Link). Einbau, Test – lief perfekt! Bei nur noch 0,5 Liter Diesel pro Stunde schafft sie 17 Grad mehr als draussen. Und das reichte bisher bis auf 3 Tage aus. Bis sie eines Nachts plötzlich ausging. Fehler 13. Diagnose: Ein verstopfter Dieselfilter für 1,30 €. Vorsichtshalber habe ich aber auch noch die Heizung von Ruß befreit.

Filter getauscht – Heizung läuft! Doch dann fiel sie wieder aus. Lag es am Diesel? Tatsächlich: Sommerdiesel flockt bei Kälte. Also frischen Diesel eingefüllt – und voilà, Wärme!

Aber der wahre Plot Twist? Nach stundenlanger Fehlersuche stellte sich heraus: Die Dieselpumpe schafft es bei nicht bei Kälte, den Diesel bzw. das Heizöl durch den Filter zu ziehen. Außerdem ist das eine Heizung russischer Bauart, die braucht gar keinen Dieselfilter! Entfernt – und seitdem läuft sie ohne Probleme.

Fazit: Manchmal ist weniger mehr – und Wärme ist unbezahlbar.

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